Städtepartnerschaft Wiesbaden Kamenez-Podolski

Vor ungefähr 30 Jahren hatte der damalige Schulleiter der Schulze-Delitzsch-Schule gemeinsam mit einigen Kolleginnen und Kollegen der Schule den Förderverein Wiesbaden-Schierstein/Kamenez-Podolski gegründet.

Die Bezeichnung Wiesbaden-Schierstein war nur eine Notlösung, da sowohl der damalige Oberbürgermeister Exner wie auch der Bürgermeister Diehl eine weitere Städtepartnerschaft für Wiesbaden ablehnten. Die Namenswahl entfiel daher auf den Wohnsitz der Vereinsvorsitzenden, da Vorortpartnerschaften (Biebrich, Naurod) bereits üblich waren.

Die Initiative für die Partnerschaft stammte ursprünglich aus der Schülerschaft, in der man anregte, nach der Wende auch die Menschen in Osteuropa zu unterstützen. Da es Kontakte zu einer Schule in Kamenez gab und diese Stadt in besonderer Weise unter Massakern der deutschen Wehrmacht während des 2. Weltkrieges gelitten hatte, wurde dies als eine sehr gute Wahl empfunden. Vielfältige Aktivitäten konnten innerhalb der letzten 30 Jahre dazu beitragen, die Lebensverhältnisse der dort lebenden Menschen zu verbessern und den internationalen Austausch zu fördern.

Durch die bestehende Vereinsstruktur und die jahrzehntelangen Kontakte konnte auch nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine Soforthilfe geleistet werden. Viele Hilfsgüter wurden in die Ukraine transportiert, hilfsbedürftige Menschen konnten nach Wiesbaden gebracht werden. Auch in dieser Phase waren es Schülerinnen und Schüler der Schulze-Delitzsch-Schule, die wesentliche Unterstützung gaben, um die Hilfstransporte zu organisieren. Die breite Unterstützung aus der Wiesbadener Bürgerschaft zeigt, welches Vertrauen man diesem Verein aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit entgegenbringt.

Anders als bei einer neu zu gründenden Städtepartnerschaft bestehen daher bereits über Jahrzehnte gewachsene Strukturen. Aus diesen Gründen halten wir es für angezeigt, diese Partnerschaft nunmehr zu einer Vollpartnerschaft mit der Landeshauptstadt Wiesbaden zu entwickeln.

Das 30-jährige Vereinsjubiläum im August 2023 wäre hierfür ein guter Anlass.

Der Ausschuss möge daher beschließen: Der Magistrat wird gebeten, mit dem Förderverein Schierstein/Kamenez-Podolski sowie den Partner auf ukrainischer Seite Gespräche aufzunehmen, um nach Möglichkeit bis zum 30-jährigen Jubiläum der Stadtteilpartnerschaft eine Vollpartnerschaft mit der Landeshauptstadt Wiesbaden zu begründen.

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