Bekämpfung digitaler Gewalt

Gewalt im digitalen Raum äußert sich in den verschiedensten Formen und ist ein
Phänomen, dessen kontinuierliche Entwicklung sich bundesweit feststellen lässt. Gewalt
im Internet findet vor allem auf sozialen Netzwerken und Online-Portalen statt wie
WhatsApp, Facebook, Twitter, Instagram und hat dabei viele Facetten: Mobbing, Stalking,
Diskriminierung, Diffamierung oder Identitätsmissbrauch.
Die besondere Herausforderung bei der Bekämpfung von Gewalt in Sphären des Internets
besteht darin, dass digitale Gewalt rund um die Uhr stattfindet und nicht durch physische
Schutzräume aufgehalten wird. Die Möglichkeit der Anonymität der digitalen Welt trägt ihr
Übriges dazu bei, Schutz und Aufklärung zu erschweren.
Kinder und Frauen sind hierbei die häufigsten Opfer: So wird digitale Gewalt auch
angewandt, um beispielsweise (Ex-)Partnerinnen von ihrem sozialen Umfeld zu isolieren,
sie zu erpressen oder aus Rache ihren Ruf zu schädigen.
Auf Bundesebene gibt es bereits verschiedene Ansätze und Projekte, die
schwerpunktmäßig auf diese besondere Ausprägung digitaler Gewalt eingehen.
Besonders Frauenhäuser brauchen Schutzkonzepte gegen digitale Gewalt, um sowohl die
Bewohnerinnen als auch die Standorte besser zu schützen. Häufig ist es nämlich so, dass
sich eine gewaltbetroffenen Frau zwar physisch in Sicherheit gebracht hat, aber über ihr
Smartphone weiter bedroht, beleidigt oder erpresst wird. Ohne zusätzliche
Sicherheitsvorkehrungen sind Frauen also selbst im Frauenhaus dem Risiko digitaler
Gewalt ausgesetzt.
Der Ausschuss für Frauen, Gleichstellung und Sicherheit möge beschließen:
Der Magistrat wird gebeten zu berichten,

  1. wie viele Präventionsveranstaltungen zum Thema digitale Gewalt in den letzten drei
    Jahren stattgefunden haben,
  2. ob es spezielle Aufklärungs-/Präventionsveranstaltungen an weiterführenden und
    berufsbildenden Schulen in Wiesbaden gibt,
  3. wie ein Konzept entwickelt werden kann, mit dessen Hilfe digitale Medien in
    Wiesbadener Frauenhäusern sicher genutzt werden können, ohne die
    Bewohnerinnen, Mitarbeiter und den Standort zu gefährden.
  4. Dieses Konzept soll zum Ziel haben, für Risiken im Umgang mit digitalen Medien
    und Daten zu sensibilisieren und den Datenschutz in Frauenhäusern
    sicherzustellen
  1. Es soll Aufklärungsgespräche und Fortbildungen beinhalten sowie Maßnahmen, wie
    Bewohnerinnen und Mitarbeiter präventiv vor digitaler Gewalt geschützt werden
    können und darüber hinaus, wie bereits Betroffene psychosoziale und rechtliche
    Hilfeangebote erhalten können.
  2. Neben diesem besonderen Fokus sollen natürlich auch Jugendliche unabhängig
    des Geschlechts in dem Konzept berücksichtigt werden. Außerdem soll in das
    Konzept ein spezielles Programm bzw. Veranstaltung für männliche Opfer von
    digitaler Gewalt eingebunden werden oder, falls aus Sicht der Expertinnen bzw.
    Experten erforderlich, ein eigenes Konzept entwickelt werden.

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